Die Orkney Inseln schwirrten irgendwie schon lange ganz hinten in Bastis Kopf herum, und als wir bei unserer Tourenplanung bemerkten, dass es von Dunnet Head ja gar nicht mehr weit bis zu den Orkneys ist, war klar: da wollen wir hin.
Von Scrabster (Google Maps) aus ging es in gut 2 Stunden nach Stromness (Google Maps) auf die Hauptinsel (Mainland). Für die Fähren auf die kleineren Inseln war unsere Sunny leider zu groß.
Unser erster Eindruck von Orkney war überwältigend schön – grün, wild, einsam und voller Schafe.
Inhaltsverzeichnis
Stones of Stenness – ältester Steinkreis Schottlands
Da es schon spät war, suchten wir uns einen Schlafplatz. Direkt an der Küste war es leider viel zu windig, und so verschlug es uns ins Innere der Insel zu den Stones of Stenness. Die Stones of Stenness sind ein Steinkreis aus dem Neolithikum und gehören zu den Kulturdenkmälern des Heart of Neolithic Orkney.
Brodgar Stone Circle
Nicht weit von Stenness befindet sich ein weiterer Steinkreis: der Ring of Brodgar, der mit seinen 104 Metern Durchmesser sogar größer als Stonehenge ist. Von den ursprünglich etwa 60 Steinen stehen noch 27 – was immer noch sehr beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass die Steine seit ca. 2700 v. Chr. dort stehen.
Auf dem Parkplatz des Steinkreises ging es am nächsten Morgen nicht mehr einsam zu: Es kamen einige Busse mit Ausflüglern des Kreuzfahrtschiffs AIDAbella an.
Not so Fun Fact: In den 1940er-Jahren nutzte die Royal Army den Steinkreis als Trainingsparcours für Panzer.
Skara Brae: 5000 Jahre Geschichte am Rand des Nordmeers
Die Orkney-Inseln wurden schon vor über 5.000 Jahren besiedelt. Besonders beeindruckend fanden wir die Überreste der jungsteinzeitlichen Siedlung Skara Brae, die direkt an der windgepeitschten Westküste liegt. Die steinernen Wohnhäuser sind erstaunlich gut erhalten – inklusive Betten, Regalen und Feuerstellen. Man spaziert über einen Steg durch die Anlage und fühlt sich fast wie ein Zeitreisender. Besonders faszinierend war für uns, wie nah die Gebäude am Meer liegen – und dass sie jahrtausendelang unter Sand und Dünengras verborgen waren, bis ein Sturm sie im 19. Jahrhundert wieder freilegte.
Skara Brae gehört – zusammen mit den Steinkreisen und Hügelgräbern, die es auf den Inseln zu finden gibt – zum Heart of Neolithic Orkney.
Skaill House – Wohnsitz des Endteckers von Skara Brae
Als Bonus zum Eintritt nach Skara Brae kann man auch noch Skaill House besichtigen – den ehemaligen Wohnsitz von William Watt, dem Entdecker von Skara Brae. Das Herrenhaus liegt gleich oberhalb der Ausgrabungsstätte und bietet spannende Einblicke in das Leben einer wohlhabenden Orkney-Familie. Das Haus wurde von der Familie Watt bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt und ist heute als Museum zugänglich – inklusive original eingerichteter Räume, historischer Gemälde und kurioser Sammlerstücke. Besonders schön fanden wir den Blick aus den großen Fenstern direkt auf die Bucht – kein schlechter Platz, um Geschichte zu entdecken!
Brough of Birsay – Gezeiteninsel mit Wikingervergangenheit
Im Nordwesten der Hauptinsel befindet sich die kleine Gezeiteninsel Brough of Birsay. Das Besondere: Man kommt nur bei Ebbe – bzw. etwa zwei Stunden vor und nach Niedrigwasser – trockenen Fußes hinüber. Auf der Insel befinden sich die Überreste einer Siedlung, die zunächst von den Pikten und später von den Wikingern bewohnt wurde. Angeblich befand sich hier auch der Sitz des ersten Earl of Orkney.
Über eine blühende Wiese gelangt man zu dem Leuchtturm auf der anderen Seite der Insel, wo wir auch ein paar Puffins (Papageitaucher) beobachten konnten.
Von unserem Parkplatz aus hatten wir einen schönen Blick auf die Insel und konnten tatsächlich ein paar Besucher beobachten, die wegen der einsetzenden Flut nicht mehr trockenen Fußes zurückkamen. Hier blieben wir gleich zwei Nächte. Am zweiten Morgen konnten wir Robben im Wasser und am Ufer der Insel beobachten.
Deerness
Ganz im Nordosten von Orkney, auf der Landzunge Deerness, übernachteten wir in der Nähe von The Gloup, einer eingestürzten Seehöhle. Von einer Plattform aus kann man tief unten das Meer tosen hören – etwa 200 Meter von der Küste entfernt.
Brough of Deerness – Wanderung zwischen Heide und Nordmeer
Auf einer ca. 9 km langen Wanderung auf der Halbinsel gelangt man zunächst zum Brough of Deerness – einem dramatischen Küstenvorsprung auf der Ness of Deerness, auf dem sich die Reste einer frühchristlichen Siedlung und einer kleinen Kapelle befinden.
Danach führt ein schmaler Pfad weiter durch das Naturschutzgebiet Mull Head, immer entlang der rauen, sehr einsamen Küste. Hier konnte man die Weite wirklich spüren: Links erstreckt sich die baumlose Moor- und Heidelandschaft, rechts fällt der Blick steil hinab auf das endlos wirkende Nordmeer. Der Wind pfeift einem um die Ohren, und manchmal fühlt es sich so an, als wäre man ganz allein auf der Welt – ein echtes Orkney-Erlebnis.
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