Nach unserer Rückkehr aus Irland führte uns unsere Reise weiter durch Wales und England – von dem Dorf mit dem längsten Namen Europas über Liverpool auf die Halbinsel Pembrokeshire und in die Hauptstadt von Wales.
Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch
Wir besuchten das kleine walisische Örtchen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch (oder kurz Llanfairpwllgwyngyll). Übersetzt bedeutet der Name etwa so viel wie:
„Marienkirche in der Mulde der weißen Hasel, in der Nähe eines schnellen Strudels und der Tysiliokirche bei der roten Höhle.„
Der Name – beziehungsweise das Ortschild am Bahnhof – ist zugleich das Highlight des Ortes mit dem längsten Namen Europas. Nur in Neuseeland gibt es einen noch längeren Ortsnamen.
Liverpool
Wenn man an Liverpool denkt, fallen einem zunächst ein Fußballclub und eine Band aus den 60ern ein. Aber Liverpool hat mehr zu bieten als die Beatles und den FC Liverpool – auch wenn die Souvenirläden das Gegenteil suggerieren.
Albert Dock
Hinter dem Albert Dock fanden wir einen guten Parkplatz für unsere Sunny und schlenderten staunend durch das denkmalgeschützte Hafengebiet. Mitte des 19. Jahrhunderts war das Dock eines der modernsten Hafensysteme der Welt; heute besteht es aus restaurierten Lagerhäusern, Museen und Cafés direkt am Wasser.
Cavern Quarter
Vorbei am Beatles-Denkmal ging es in das pulsierende Musikerviertel Cavern Quarter. Biegt man hier in die Mathew Street ein, kommt einem direkt die Reeperbahn in Hamburg in den Sinn. In fast jedem Haus befindet sich ein Pub, aus dem Musik (oder Sports TV) schallt, und eine Menschenmasse, bestehend aus:
- Reisegruppen von Kreuzfahrtschiffen (die Mein Schiff 3 von TUI Cruises lag gerade im Hafen);
- Junggesellenabschieden (wir haben mindestens zehn verschiedene gesehen);
- Drogenabhängigen („Got any change?“);
- asiatischen Reisegruppen („Europa in 8 Tagen“);
- und die ganz normalen Scousers* auf dem Weg zu ihrem samstäglichen Pub-Besuch („Time for a pint, lad. Can’t beat a proper bevy before the match.“).
*Scouse war ursprünglich ein Eintopf (Labskaus) – heute ist es der örtliche Dialekt und ein ganzes Lebensgefühl. Wer in Liverpool lebt, isst Scouse, redet Scouse und ist stolz, ein Scouser zu sein – auch wenn der Rest Englands manchmal ein Wörterbuch braucht.
Wall of Fame – Cavern Club
Die Touristen (und wir) bleiben natürlich vor der Wall of Fame stehen. Auf der Backsteinwand sind über 180 Namen eingraviert – Bands und Künstler, die im Cavern Club aufgetreten sind, darunter Größen wie The Rolling Stones, Queen und Adele. Gleich gegenüber befindet sich der berühmte Cavern Club, eine Pilgerstätte für alle Beatles-Fans. The Beatles (damals noch als The Quarrymen oder The Silver Beatles) spielten hier zwischen 1961 und 1963 rund 300 Mal.
Fun Fact: Die Beatles wurden dort einmal gebeten, ihre Lederjacken auszuziehen – weil das zu unseriös wirkte.
The Beatles Shop
In der gleichen Straße befindet sich auch der skurrile The Beatles Shop. Im Kellergeschoss gibt es neben den üblichen Beatles-Souvenirs auch Paul McCartneys „Original“-Weste von einem Auftritt im Cavern Club für 27 Pfund.
Das wahre Highlight des Shops sind jedoch der Ladenbetreiber, der aussieht, als würde er in seinem Laden wohnen (da er nicht mehr durch die Tür passt), und der Geruch – als hätten hier schon die Beatles einen LSD-Trip ausgeschwitzt.
Pembrokeshire
Dobbys Grave
In Wales ging es für uns weiter auf die Halbinsel Pembrokeshire. Nach dem vielen Regen in Irland genossen wir hier am Strand die Sonne und besuchten eine traurig-kuriose Stätte: Dobbys Grab. Hier wurde für den siebten Harry Potter-Film die Beerdigung des treuen Hauselfen Dobby gedreht. Harry Potter-Fans legen hier bunt bemalte Steine und natürlich Socken nieder.
Penny Bridge Campsite
Auf der Penny Bridge Farm (GoogleMaps) machten wir eine kleine Reise-Pause und genossen den walisischen Sommer.
Cardiff
Zum Ende unserer kleinen Tour durch Wales statteten wir noch der Hauptstadt Cardiff einen Besuch ab.
Von unserem Parkplatz aus schlenderten wir einmal quer durch die Innenstadt von Cardiff – zufällig auch durch das St. David’s Shopping Centre, eines der größten Einkaufszentren Großbritanniens. Das Cardiff Castle bewunderten wir zunächst von außen und beantworteten einige LabCache-Fragen. Als wir ins Innere wollten, schloss sich plötzlich das große Tor und es hieß: „Sorry guys, we are closed. Come back tomorrow.“
Also ging es zum anderen Sightseeing-Highlight in Cardiff, der Cardiff Bay. In den 1980er-Jahren wurde das heruntergekommene Dock zu einem modernen Hafenviertel umgebaut. Neben dem Kulturzentrum Wales Millennium Centre und dem walisischen Parlament gibt es hier unzählige Restaurants, in einem davon ließen wir uns eine Pizza schmecken.
In der Serie Torchwood befindet sich hier im Hafenviertel auch das geheime Hauptquartier. Als in der Serie eine beliebte Figur starb, begannen die Fans, dem fiktiven Charakter an dieser Stelle einen Schrein zu errichten. An der Wand sind viele Briefe, Zeichnungen und Sprüche zu finden.
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